Gegenwartskultur, Medien, von Sergio M. Vela, 18.04.11

Zäsuren im Alltag

Die Geschichte und Funktion von Gedenktagen

Am 27. Januar diesen Jahres jährte sich zum 66. Mal die Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz durch die vorrückende Rote Arme. Was die sowjetischen Soldaten vorfanden, war die Hölle auf Erden, der manifestierte, allgegenwärtige Tod. Als Mahnung und zur Erinnerung wurde 1996 in Deutschland offiziell der „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ eingeführt. Wie viele oder besser wenig Menschen, gerade unter den jüngeren, diesen Gedenktag kennen, wie viele andere Gedenktage wie etwa den Tag der Befreiung den ersten EU-weiten Tag zum Gedenken an das Massaker von Srebrenica kennen, muss zu denken geben. Denn dass nur wenige das richtige Datum für diese Gedenktage angeben können oder überhaupt den Anlass des Gedenkens erkennen, ist erschütternd – überraschend ist es nicht.

Es mag viele verschiedene Gründe geben, weshalb das Vergessen das Gedenken überschattet. Und diesen Gründen gilt es auf den Grund zu gehen. Denn ein Vergessen des Gedenkens ist ein erster Schritt auf dem Weg zum Vergessen des Anlasses – und das muss verhindert werden.


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